Zwei-Schüssel-Syndrom

Apr 5, 2021

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Tiger-Ritterling (Tricholoma tigrinum)

Das Zwei-Schüssel-Syndrom wird von Pilzen verursacht, die den Körper rasch wieder verlassen möchten. Sie nutzen dazu gnadenlos jeden ihnen geeignet erscheinenden Ausgang. Infolgedessen hat man am besten eine Schüssel auf den Knien, während man auf der anderen sitzt. Daher der Name. Der ↑ Tiger-Ritterling (Tricholoma tigrinum) zum Beispiel hat es ziemlich eilig: Der will nämlich schon wieder raus, bevor der Teller leer gegessen ist. Foto: Wilhelm Schulz

Noch so ein flotter Otto

Der Riesenrötling (Entoloma sinuatum) steht dem Tiger-Ritterling nicht nach, wenn es darum geht, möglichst rasch den passenden Ausgang aus dem Körper zu finden. Er wächst im Kalkbuchenwald. Pilzsucher haben ihn schon mit Nebelkappen (Clitocybe nebularis) verwechselt. Von diesen unterscheidet er sich durch gelbe Lamellen.

Es gibt noch eine Variante des Zwei-Schlüssel-Syndromes. Und zwar dann, wenn sie auch noch Fliegenpilze in ihr Pilzgericht eingebaut haben. Dann kann es sein, dass sie mit ihrer Schüssel auf dem Klo sitzen und spinnen.

Riesen-Rötling (Entoloma_sinuatum)

Das ist jedoch alles harmlos, verglichen mit den Vergiftungen durch Knollenblätterpilze.

Deshalb jetzt mal Ernst beiseite
Auf vornehm nennt man die geschilderte Art der Pilzvergiftung Gastrointestinales Syndrom.
Die Symptome zeigen sich innerhalb 15 Minuten bis zu einer halben Stunde. Sie äußern sich in aller Regel durch Brechdurchfälle. Wenn die Pilze wieder draußen sind, ist es meistens auch wieder gut. Verlorene Flüssigkeit sollte man allerdings ergänzen.

Weitere Folgen hat diese Art von Pilzvergiftung für ansonsten gesunde Menschen im Allgemeinen nicht.

Nachstehend noch paar Pilzarten, die magen-darm-giftig sind:

  • Karbolegerling (Agaricus xanthoderma) 
  • Satansröhrling (Rubroboletus satanas)
  • Rettichfälbling (Hebeloma sinapizans)
  • Ölbaumpilz (Omphalotus olearius)
  • Kompost-Riesenschirmling (Chlorophyllum brunneum var. hortensis)
  • Schwärzender Saftling (Hygrocybe conica)
  • Grünblättriger Schwefelkopf  (Hypholoma fasciculare)
  • Kartoffelbovist (Scleroderma citrinum)
  • scharfe Täublinge mit rotem Hut
  • einige scharfe Milchlinge u.w.m

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