Harz

Apr 14, 2021

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Gebänderter Harzporling (Ischnoderma benzoinum)

Harz ist eine Sammelbezeichnung für klebrig-zähe, nicht wasserlösliche Exsudate. Sie werden vor allem von Bäumen als Wundverschlussmasse nach Verletzungen ausgeschieden. In der Pilzkunde können sich harzartige Texturen in allen Fruchtkörperteilen befinden. So z.B. auf der Oberfläche, in oder auf Zystiden, in Sporen etc. Auch können die Namen auf ein Wachstum in Verbindung mit Harz hindeuten bzw auf einen harzartig-aromatischen Geruch.  

Der Gebänderte Harzporling ↑ (Ischnoderma benzoinum) ist ein ebenso prächtiger wie  auffälliger Porling.  Die schwarzbraune Bänderung ist insofern typisch für ihn. Der Pilz wächst überwiegend an Fichten, Kiefern sowie an Lärchen.

 

Harz wird zu Lack 

→ Der Harzige Lackporling (Ganoderma resinaceumist ein einjähriger, konsolenförmiger Porling. Er kann übrigens sehr groß werden. Seine warm rotbraune Oberseite ist von einer hellgelben Harzkruste überzogen. Hält man ein brennendes Streichholz oder eine Feuerzeugflamme daran, schmilzt sie.
Beim Anschneiden der jungen, intensiv riechenden Fruchtkörper tritt Saft aus, der in kurzer Zeit zu einer harzigen Masse erstarrt.
Der Pilz lebt zuerst als Schwächeparasit und dann als Saprobiont ganz überwiegend an Eichen in Parks und an Straßenrändern. Er erzeugt im Holz indessen eine Weißfäule.

Flechte auf altem Harz
→  Das Harzbecherchen (Sarea resinae) ist ein lichenisierter Ascomycet, der auf altem, bereits geschwärztem Harz lebender Lärchen wächst. Die Becherchen sehen zart aus. Das täuscht; sie sind vielmehr korkig-hart und lassen sich daher nur sehr schwer mikroskopieren.
Beide kleinen Fotos: Fredi Kasparek

Harziger Lackporling (Ganoderma resinaceum)
Harzbecherchen (Sarea resinae)

Harziger Wachsporling (lat. Ceriporiopsis resinascens): Einjäriger, resupinater, anfangs weißlicher, danach orangeocker verfärbender Weidenbesiedler. Er ist besonders in Hochmooren anzutreffen und dort für lange Jahre standorttreu.

Begriffe:
Harz (lat. resina; gr. retsina); niederl. hars; dän. harpiks; schwed. harts
Im süddeutschen Raum und in Österreich wird Naturharz auch als (Baum)pech bezeichnet.
Harzbacke: saarländische Bezeichnung für einen ungepflegten Simpel männlichen Geschlechtes.

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