Zimt

Apr 13, 2021

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Zimt-Hautkopf (Cortinarius cinnamomeus)

Zimt ist ein Gewürz aus der getrockneten und gemahlenen Rinde von Zimtbäumen. Es hat die typisch braunrostige Farbe von Zimt 😉  Die haben sich eine ganze Menge Pilze zum Vorbild genommen. Meistens haben sie damit ihre Hüte ausstaffiert, viele obendrein ihre Sporen.
Hautköpfe (Dermocybe) haben sowohl einen Teil ihrer Hüte als auch sämtliche Sporen eingezimtet. Deshalb nennen die Norweger die Hautköpfe Kanelslørsoppen und die Schweden Kanelspindlinge.
Hier als Beispiel der Zimt-Hautkopf ↑ (Cortinarius cinnamomeus). Der ist ein ansonsten Symbiont von Nadelbäumen. Den nennt man in allen Nachbarländern sinngemäß übrigens auch Zimt-Hautkopf. Solche Einigkeit ist selten; die EU wäre wiewohl froh drum…
Foto: Günter Heck

Dauerporlinge

Der → Zimtfarbene Dauerporling (m, lat. Coltricia cinnamomea;  niederl. Zijdetolzwam;  finn. Satiinikääpä): 1 – 4 cm ø kleiner, gestielter, erdbewohnender Porling mit feucht glänzender, trocken seidenmatter sowie konzentrisch gebänderter Oberseite.

Der wesentlich häufigere Gebänderte Dauerporling (C. perennis) ist vor allem anhand seiner von Anfang an matten, samtig-filzigen Oberseite zu unterscheiden. Mikroskopisch ist im Schnittpräparat gut zu erkennen, dass von der parallel-hyphigen Trama aus die oberen Hyphen aufwärts abbiegen und an den Enden dichotom verzweigt sind. Coltricia cinnamomea hingegen hat keine solchen Haare.

Der Pilz wurde anno 1880 von Charles Horton Peck (1833-1917) als Polyporus subsericeus beschrieben – sozusagen ein halbseidener Porling.

Foto: Paul Kathriner

Zimtfarbener Dauerporling (Coltricia cinnamomea)

Weitere Zimtpilze und Namen:

  • Zimtfarbener Borstenscheibling (Hymenochaete cinnamomea)
  • Zimtblättriger Birkenwasserkopf (Cortinarius subbalaustinus)
  • Zimt-Hautkopf (Cortinarius cinnamomeus; engl. Cinnamon Webcap; frz. Cortinaire à lames cannelle; niederl. Kaneelkleurige gordijnzwam; dän. Kanelslørhat; norw. Kanelslørsopp; schwed. Kanelspindling; finn. Kaneliseitikki, Keltahelttaseitikki; estn. Kaneelvoeoedik: Fichtenbegleiter mit zimtfarbenen Lamellen, den man zum Färben von Wolle und Seide verwenden kann. Dafür kann man übrigens alle Hautköpfe hernehmen.
  • Zimtbaum-Porenschwamm (Taiwanofungus camphoratus, Taiwanesisch NIU-chang-Chih): Erst 1990 als Lackporling (Ganoderma) beschriebener Porling, der an Zimtbaum (Cinnamomum camphora) wächst und in Taiwan traditionell als Vitalpilz genutzt wird. Inzwischen wird er freilich kultiviert und als Stärkungsmittel gegen Leberleiden eingesetzt.
  • Zimt-RöhrlingHasenröhrling
  • Zimtsäuremethylester: Methylcinnamat
  • Zimtfarbener Weichporling (Hapalopilus nidulans)

 

 

Begriffe:
Zimt (m, lat. cinnamum; gr. kanéla); sonst in den meisten Ländern sinngemäß Kanel.   

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