Marmor

Apr 15, 2021

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Marmorierter Rasling (Hypsizygus marmoreus)

Marmor ist ein metamorphes Kalkgestein. Das erscheint den Menschen wegen seiner Maserung ausgesprochen attraktiv. So sehr sogar,  dass sie ganze Gebirge davon unter grotesk hohem Energieaufwand abtragen. Sie ringen dem Material schließlich eine weitere Metamorphose ab. Indem sie es nämlich zu Grabsteinen sowie Wandverkleidungen von Bankhäusern und sonstigen Palästen verarbeiten.

Beispiel für einen Marmorpilz:  Marmorierter Holzrasling ↑  (Hypsizygus marmoreus; engl./jap. Shimeji). Das ist ein kultivierbarer, weißsporiger Holzbesiedler, den manche Autoren mit dem Buchenrasling oder Buna-Shimeji (H. tessulatus) gleichsetzen. Vermutlich sogar zu Recht, wie hier ↑ zu sehen ist: Weiße und marmorierte Fruchtkörper kuscheln einträchtig Hut an Hut in der Kulturflasche. Foto und Kultur: Walter Haidvogl, pilz-kultur.at.

 

Marmor, Stein und Eisen bricht…

→  Der Marmorierte Rötelritterling  (Lepista panaeolus) ist ein fleischiger Saprobiont mit auffallenden dunklen Wasserflecken oder verwaschenen „Wolken“ auf aschgrauem, fisnisartig bereiftem Grund. Er wächst auf Wiesen und Weiden und anderen offenen, grasigen Stellen. Der Pilz ist nicht häufig bzw. lückenhaft  verbreitet. Foto: Wilhelm Schulz

→ Der Marmorierte Röhrling wird ebenso treffend auch Gefleckthütiger oder Gehämmerter Röhrling genannt. Auf vornehm heißt er derzeit Hemileccinum depilatum. Das ist ein 5 – 15 cm ø großer Hainbuchenbegleiter, der außerdem nach Karbol riecht. Er kommt an wärmebegünstigten Standorten vor, ist aber gleichwohl nicht häufig. Sein Hut ist wildlederartig samtig-matt mit helleren, unregelmäßigen, eingedellten und darüber hinaus heller gefärbten Stellen. Die Röhren und Poren sind jung leuchtend zitronengelb und blauen nicht. Auch Stiel und Fleisch haben gelbliche Töne.
Foto: Günter Heck

 

Marmorierter Rötelritterling (Lepista panaeolus)

Weitere Marmorpilze

  • Marmor-Dickfuß (Cortinarius chevassutii): Fleischige, grauweiße bis graubraune, Im Alter grauschwarz fleckende, 3 – 7 cm ø große Telamonie.
  • Marmor-Rindenpilz (Amylocorticium laceratum; schwed. Marmorskinn): Resupinater Rindenpilz mit amyloiden Sporen, an morschem Nadelholz.
  • Marmor-Warzenflechte (Bagliettoa marmorea): mediterrane Krustenflechte der Parmeliaceae auf kalkhaltigen Steinen.

Noch ein wenig Insider-Blabla

  • Marmor (lat): marmor; altgr. mármaros; vermutlich verwandt mit gr. marmaírein = schimmern, glänzen.
  • marmoripes (lat.):  mit marmoriertem Fuß
  • Marmorierter Rötelritterling, auch Graubräunlicher oder Scharfer R. (Lepista panaeolus; niederl. Gemarmerde schijnridderzwam; frz. Tricholome nuageux, Tricholome bigarré {„Bunter Ritterling“}, dän. Marmoreret Hekseringshat; finn. Rypäsmalikka; slowen. Pegasta kolesnica und viele weitere, nicht marmorierte Namen. Der Pilz wird nach mehreren Autoren gleichgesetzt mit Lepista rickenii. Von anderen Autoren wird er als Teil eines Artenkomplexes betrachtet.
  • Marmorierter Röhrling (Hemileccinum depilatum); frz. Bolet chauve; niederl. Jodoformboleet.

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