Bier (cervesa, cerevisia), beer, bière, øl, öl, olut, õlu, sör

Mrz 31, 2021

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Belgisches Bier

Bier ist ein Nahrungs-, Genuss- und Suchtmittel, das durch Fermentierung stärkehaltiger Grundstoffe gewonnen wird.
Der Unterschied zu Wein besteht darin, dass kein Zucker, sondern Stärke vergoren wird. Der zur Gärung erforderliche Zucker muss aus der Stärke von Getreide erst durch Mälzen oder andere enzymatische Verfahren gewonnen werden. Getreidearten, die dazu in Frage kommen, sind zum Beispiel Gerste, Roggen, Reis, Weizen, Mais, sowie Hirse u.a.
Im Prinzip sollte jedes alkoholhaltige, nicht destillierte Getränk, das auf Basis von verzuckerter Stärke hergestellt wird, als Bier bezeichnet werden. So also auch Sake, Chicha,  Kwas,  Pombe, Tella, Lambic, Geuze etc. 

Bier. Oben im Bild ein Korb mit Geuze und Lambic. Das sind mit wilden Hefen vergorene Biere aus Belgien.

Jahrgangsbier – teurer als Schampus

→  Hier zum Beispiel eine Flasche belgische Geuze mit Sektkorken, Korkenkörbchen und sogar einer Stanniolhülle. Das Bier wurde in offenen Bottichen gebraut, und zwar mit Hilfe der Hefen Brettanomyces bruxellensis und B. lambicus. Solche Ergebnisse von Spontangärungen  findet man heute nur noch sehr selten.

Mehr dazu in Tintling 4/2019.

Mit Backhefe (Saccharomyces cerevisiae) braut man obergärige Biere. Diese nennt man auch„Flüssiges Brot“. Hier seien besonders Ale, Altbier, Berliner Weiße, Gose, Hefeweizen sowie Schwarzbiere genannt. Im Gegensatz dazu nutzt man für untergärige Biere die Hefe Saccharomyces pastorianus (syn. S. carlsbergensis). Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen besteht darin, dass bei obergärigem Bier während der Gärung die Hefe nach oben steigt, wohingegen sie bei untergärigem Bier nach unten sinkt. In Frage kommen hier zum Beispiel Budweiser, Dortmunder, Hasseröder, Lager, Lübzer, Münchener, Pilsener, Radeberger sowie Ur-Krostitzer.

2009 verklappten die EU-Insasssen 359 Millionen Hektoliter Bier in ihren Plautzen.

Geuze

Die Erfindung der (Keil-)Schrift durch die Sumerer in Mesopotamien (ca. – 2.700) liefert uns erstmals in Ton gebrannte Dokumente über die bereits hohe Bedeutung des Bieres als Alltags- und Kultgetränk in dieser Zeit. So war das Bier nach Ansicht der Sumerer eine Erfindung der Göttin Ninkasi und den Menschen überlassen. Dafür erhielten die Götter regelmäßig große Bierspenden. 

Gilgamesch wusste von Enkidu,
einem zotteligen, ungebärdigen Wesen, das in der Steppe lebte, mit den Gazellen Gras fraß und mit ihnen umherzog:
Der wilde Enkidu trank Bier; er trank davon gar an die sieben Mal.
Sein Geist ward gelöst,  und er ließ sich mit lauter Stimme vernehmen.
Wohlbehagen erfüllte seinen Körper und sein Anlitz erstrahlte.
Er wusch den zotteligen Leib sich mit Wasser, salbte sich den Leib mit Öl
– und ward ein Mensch.

Der Saarländer hingegen weiß vom Nährwert des Bieres 
und behauptet: Fünf Bier sinn so gutt wie ähn Mahlzeit. Und do hasche noch nix dezu getrunk.

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